Entspannung. Wein. Lebensfreude.
  • Ausstellung "Wir Leutesdorfer"

Wir Leutesdorfer. Selbstporträt einer Ortschaft am Rhein.

Gemeinschaft als Erfolgsgeschichte: Etwa zwei von drei Leutesdorfern sind Mitglied in einem der Vereine oder Initiativen des Orts. Hier einige der führende Köpfe am Stiftungsfest des Leutesdorfer Junggesellenvereins 2017. Foto: Harald Stoffels.

Sind es die prächtigen Anlagen am Rhein? Oder ist es das traditionsreiche Ortsbild? Oder wirkt die vom Weinbau geprägte Kulturlandschaft ganz besonders? Was genau bindet die Leutesdorfer am stärksten an ihren Wohnort?

Anlässlich des Ortsjubiläums im laufenden Jahr - Leutesdorf feiert 2018 den 1150sten Jahrestag seiner urkundlichen Erwähnung - ging Diplomsoziologe Harald Stoffels dieser Frage nach. Denn trotz infrastruktureller Nachteile und ungeachtet der zunehmenden Belastung durch Verkehrslärm lieben die meisten Leutesdorfer ihre Gemeinde – heute vielleicht mehr als je zuvor. Davon zeugt die ausgeprägte „Anpack-Kultur“ von über 40 Vereinen, Initiativen und Nachbarschaftsgruppen in der nur 1.800 Einwohner zählenden Ortschaft, die großes zivilgesellschaftliches Selbstbewusstsein zum Ausdruck bringt. So ist Leutesdorf (noch) weit entfernt vom traurigen Schicksal vieler anderer ländlicher Gemeinden, die den Bewohnern nur als identitätsarme Schlaf- und Erholungsstätten dienen.

Für die Ausstellung „Wir Leutesdorfer. Selbstporträt einer Ortschaft am Rhein“ fragte Harald Stoffels ein Jahr lang Bewohner unterschiedlicher sozialstruktureller Gruppen nach ihrem persönlichen „Leutesdorf-Gefühl“. Einheimische, deren Familien seit vielen Generationen hier leben und Neubürger, die erst kürzlich zugezogen sind. Einwanderer aus Südeuropa, aber auch Immigranten aus dem Westerwald, die in den 50er Jahren des 20sten Jahrhunderts kamen und nie mehr gingen. Jugendliche und junge Erwachsene und Senioren mit weitem Erinnerungshorizont.

Die Ausstellung zeigt Fotos und Texte der mehr als 50 Teilnehmer des Projekts - und natürlich klingen auch kritische Töne an. Im Mittelpunkt aber stehen Antworten auf die Frage, warum es heute so schön ist, ein Leutesdorfer zu sein.

Beispielhaftes ehrenamtliches Engagement: Rita Wolf (Jahrgang 1934) bringt schon seit Jahrzehnten allwöchentlich rund 85 Kinder und Erwachsene aus Leutesdorf und umliegenden Gemeinden mit Gymnastikübungen in Bewegung. Foto: Harald Stoffels.

Ein wichtiger Aspekt sei bereits an dieser Stelle verraten: Gelobt wird allenthalben das ausgeprägte Leutesdorfer Gemeinschaftsgefühl – worin sich die integrative Kraft der Gemeinde spiegelt. Deutlich wird aber auch, dass dieses „Integrations-Angebot“ nicht verschenkt wird. Zu haben ist es nur um einen – aber durchaus fairen – Preis.

„Wir Leutesdorfer. Selbstporträt einer Ortschaft am Rhein“  wurde und wird in vielfältiger Weise unterstützt vom Arbeitskreis Kultur im Verkehrs- und Verschönerungsverein Leutesdorf e.V. Zur Eröffnung erscheint die Broschüre „Leutesdorfer Hefte 13“, in der Fotos und Texte der Ausstellung dokumentiert sind, ergänzt um einen Text des Autors, in dem (vorläufige) Ergebnisse der Untersuchung aus soziologischer Sicht skizziert werden. 

Kontakt:

  • AK Kultur, Erich Schneider, Tel. 02631-74920, erich.schneider002@kabelmail.de
  • Harald Stoffels, Mob. 0171-28 30 798, hs@smc-koeln.de