Dicht schmiegt sich der
Weinort Leutesdorf zwischen den Rhein und die Steigung an dessen
Westseite, an der noch heute traditionsgemäß vorzüglicher
Wein angebaut wird.
Ursprünglich wurden
die Trauben von den Hängen mit der Traubenlehn ins Tal gebracht.
Noch bis in die 1970er-Jahre hinein wurde sie in den schwer zugänglichen
Steilhängen eingesetzt. Hier reift der Wein durch die intensivere
Sonnenbestrahlung besser als in den Flachlagen. Wegen der Bodenerosionsgefahr
mussten die Weinhänge an der Steilseite in Stufen angelegt
werden, wodurch sich ein charakteristisches Landschaftsbild entwickelte.
Im Zuge der sich ausbreitenden
Mechanisierung bevorzugte man bei der Weinlese wegen der höheren
Rentabilität die Kultivierung der ebeneren Lagen. Leider ging
so die Bearbeitung der Parzellen im Steilhang zurück.
Tatsächlich war die
Arbeit mit der Traubenlehn, die gefüllt 50 bis 60 kg wog, sehr
anstrengend. Das Gerät besteht aus einem wannenartigen Gefäß,
das auf der Schulter getragen und durch dessen einseitigen Henkel,
der so genannte Lehnknüppel, geführt und beidhändig
umfasst wurde. Während die neuere Ausführung aus beschichtetem
Blech bestand, war die »Pechmahn« genannte ältere
ein mit Pech ausgekleideter Weidenkorb. Sogar die Weidenrinde fand
im Weinberg anstelle von Bindfaden Verwendung. Als Pfosten dienten
hier schlanke Akazienstämme, die zuvor auf der Schälbank
bearbeitetet wurden.
Diese und viele weitere
Weinbauer-, Winzer- und Küfergeräte sowie Werkzeuge aus
Handwerksbetrieben wie Schreinerei und Schusterei und aus der Landwirtschaft
sind in der Heimatkundlichen Sammlung zu sehen.
Dazu finden sich vereinzelte
Dokumente, Fotos und sonstige Hinweise auf den Wirkungskreis des
Ortes Leutesdorf: Beispielsweise war August Bungert, ein Nacheiferer
Richard Wagners, bis zu seinem Tod 1915 ein Bewohner Leutesdorfs.
Er vertonte Dichtungen Carmen Sylvas, der Fürstin zu Wied und
späteren Königin von Rumänien.
Und vielleicht werden bei
einigen von Ihnen beim Besuch der Sammlung Filmszenen aus dem Mitte
der 1970er-Jahre in Leutesdorf gedrehten Spielfilm »MS Franziska«
wach gerufen.
- Nach der Renovierung zweier Wände des Ausstellungsraumes kann das Museum wieder nach Absprache besucht werden; bitte bedenken sie, dass die Räume nicht beheizt werden. -
15.05./16.05.
Tag der offenen Tür anlässlich des Internationalen Museumstages - Fotoausstellung „Leutesdorf – Gestern & Heute“ - Leutesdorfer Dorfmuseum e.V.
Termine 2010
15.05./16.05. Tag der offenen Tür anlässlich des Internationalen Museumstages - Fotoausstellung „Leutesdorf – Gestern & Heute“ (Sa.
ab 14 Uhr,
So.
11–18 Uhr)